Endlich wieder ein Triathlon, der mehr oder weniger nach Plan gelaufen ist...
Tim und ich machten den Walchsee unsicher. Der kleine Triathlet kämpfte sich tapfer durch seinen Wettkampf und wurde mit einem starken 9. Platz von 21 Startern belohnt. Einen Tag später stand für mich die Challenge Walchsee bei brütenden 39 Grad auf dem Programm. Das Schwimmen verlief trotz Neoprenverbots ordentlich. Auf dem Rad war ich wie gewohnt langsam, doch auf der Laufstrecke konnte ich trotz der extremen Hitze ein starkes Rennen zeigen und ohne körperlichen Einbruch das Ziel erreichen…
Veranstalter: Challenge
Datum: 11.04.2026
Strecke: 1,9 km Swim (37:13 min) – 80 km 1000 Hm Bike (2:47:11 min) – 21,1 km Run (1:40:48 min)
Zeit: 5:14:03
Platz Gesamt Männer: 350 von 869
Platz AK M50 Männer: 20 von 71
Tim Schüler D – Jahrgang 2017/2018
Strecke: 50 m Swim (1:37 min) – 500 m Lauf (1:56 min)
Zeit: 4:12
Platz Gesamt Schüler D: 17 von 43
Platz Jungs Schüler D: 9 von 21
Unterkunftstipp am Walchsee: Mountain Inn Chalets & Apartments
Montag, 29. Juni 2026 von Winklmeier Markus
Du bist hier: Winklworld`s sportliche Erfolge
1. Ankunft am Walchsee und Startunterlagen
Das Wochenende stand für Tim und mich ganz im Zeichen der Walchsee Challenge. Leider sollten die Temperaturen auf fast 40 Grad steigen, sodass sich meine Eltern entschieden, sich diese Tortur nicht anzutun und deshalb zu Hause zu bleiben. Da Brigitte mit ihren Freundinnen in Prag unterwegs war, brauchte ich am Sonntag jemanden, der auf den kleinen Kerl aufpasste. Weil Tim aber bereits am Samstag starten wollte, pendelte ich an diesem Wochenende gleich zweimal zwischen den Chiemgauer Alpen und Zuhause.
Am Freitagnachmittag fuhren Tim und ich zum Walchsee. Wir holten unsere Startunterlagen ab, schauten uns die Strecke an und fuhren anschließend nach Grassau in die Ferienwohnung meiner Eltern. Da wir Hunger hatten, marschierten wir zu unserer Stammpizzeria Da Pino und ließen uns leckere Nudeln schmecken. Später schauten wir gemeinsam einen Film an und gingen früh schlafen, damit wir fit für den nächsten Tag waren.
2. Racebericht Junior Challenge
Mein kleiner Triathlet war schon ziemlich aufgeregt, sodass er am Morgen kaum etwas essen konnte. Wir fuhren zurück zum Walchsee, wo bereits die ersten Kinder mitten in ihren Wettkämpfen waren. Tim war um 10:30 Uhr an der Reihe. Zuvor richtete er seine Wechselzone ein und ging anschließend zum Schwimmstart. Die meisten Kinder standen bereits mit einem Triathlon-Einteiler an der Startlinie – nur Profis, wie es schien. Tim absolvierte die 50 Meter in seiner Badehose und kam ziemlich weit vorne aus dem Wasser. Er sprintete zu seinen Schuhen und seinem T-Shirt und war schon auf der Laufstrecke. Die 500 Meter lief er in einer Pace von 3:52 min/km – mega stark, der kleine Mann! Er machte sogar noch einen Platz gut und wurde am Ende verdient Neunter von 21 Jungen in der Altersklasse 2017/2018. Einige der Kinder vor ihm waren bereits ein Jahr älter. Deshalb konnte er auf diese Platzierung richtig stolz sein. Und ich war mindestens genauso stolz auf meinen kleinen Athleten.
Anschließend stärkten wir uns mit einer Breze, fuhren noch zum Reifinger See, wo wir uns abkühlten, und natürlich durfte auch ein Eis in der Grassauer Eisdiele nicht fehlen.
Nun begann für mich der anstrengendste Teil des Wochenendes. Ich brachte Tim nach Hause zu Omi und Opi, holte mein Rad sowie meine komplette Wettkampfausrüstung für den nächsten Tag und fuhr am Abend erneut die rund 200 Kilometer nach Grassau, wo ich übernachtete. So richtig gut konnte ich wegen der Aufregung und der Hitze nicht schlafen. Um fünf Uhr war ich deshalb fast froh, endlich aufstehen zu dürfen. Ich frühstückte eine Kleinigkeit und machte mich zum dritten Mal innerhalb von zwei Tagen auf den Weg zum Walchsee.
4. Racebericht Walchsee Challenge
Direkt am Schwimmstart bekam ich einen Parkplatz. Ich überprüfte noch einmal mein Triathlonrad und fuhr zur Wechselzone. Langsam stellte sich das Triathlonfieber ein. Nach der Kontrolle brachte ich mein Rad an seinen Platz und hängte die Wechselbeutel an ihren Haken mit der Startnummer 1178. Bis zum Start waren es allerdings noch fast drei Stunden. Die Berge leuchteten bereits in der Morgensonne und irgendwie war ich doch noch ziemlich müde. Deshalb ging ich noch einmal zurück zum Auto und legte mich für eine kurze Zeit hin.
Gegen acht Uhr brachte ich meinen After-Race-Beutel zur Abgabestelle und machte mich anschließend auf den Weg zum Schwimmstart. Die Zeit verging schneller als gedacht und schon begann der Rolling Start. Ich stellte mich bei den Schwimmern unter 35 Minuten an. Wie schon Tim am Vortag hatte auch ich keinen Triathlon-Einteiler und stand deshalb nur mit meiner Triathlonhose an der Startlinie. Das Wasser hatte angenehme 26 Grad, weshalb Neoverbot herrschte.
Als ich an der Reihe war, lief ich ins Wasser und begann zu schwimmen. Ich fühlte mich gut und zog entspannt von Boje zu Boje. Bewusst hielt ich mich etwas weiter außen, um Rangeleien zu vermeiden. Als ich nach den 1,9 Kilometern aus dem Wasser stieg, war ich mit meinen 37 Minuten dennoch etwas enttäuscht. Normalerweise bin ich etwas schneller unterwegs. Aber egal. Ich zog mich um und machte mich auf die Radstrecke. Zwei Runden standen auf dem Programm. Zunächst ging es Richtung Kössen und anschließend auf kleinen Straßen bergauf. Mir war klar, dass ich auf dem Rad keine Granate bin, weshalb ich erwartungsgemäß viele Plätze verlor. Bergauf fühlte ich mich dagegen richtig stark und konnte wieder einige Athleten einsammeln. Bergab bin ich hingegen eher vorsichtig unterwegs.
Mittlerweile wurde es immer heißer. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns herab. Wieder führte die Strecke durch den Ort Walchsee, wo zahlreiche Zuschauer die Athleten lautstark anfeuerten. Danach folgte ein ständiges Auf und Ab mit einigen steilen Rampen. Nach 40 Kilometern und rund 500 Höhenmetern war die erste Runde geschafft. In der zweiten Runde wurde ich etwas langsamer und erreichte nach 80 Kilometern und etwa 1.000 Höhenmetern mit einem Schnitt von über 28 km/h die Wechselzone. Schnell schlüpfte ich in die Laufschuhe und machte mich auf die vier Laufrunden rund um den Walchsee. Die ersten Kilometer fühlten sich noch etwas schwer an, doch nach zwei Gels und reichlich Flüssigkeit wurden die Beine immer lockerer. Von da an war ich fast nur noch am Überholen. Trotz der 39 Grad machte das richtig Spaß. Ich war zwar nicht ultraschnell unterwegs, konnte aber konstant eine Pace von etwa 4:30 min/km laufen. An jeder Verpflegungsstelle trank ich ausreichend und kühlte mich mit kaltem Wasser unter den Duschen ab. Das kostete zwar jedes Mal ein paar Sekunden, war bei dieser Hitze aber absolut notwendig.
Die Kilometer verflogen und ich arbeitete mich Platz um Platz nach vorne. Schon begann die letzte Runde, die ich ebenfalls ohne großen Geschwindigkeitsverlust absolvierte. Den Halbmarathon lief ich in 1:40 Stunden. Keine Heldenleistung, aber unter diesen Bedingungen ein Ergebnis, mit dem ich zufrieden sein konnte. Am Rad verlor ich 300 Plätze, die ich mir alle auf der Laufstrecke wieder schnappte.
Freudestrahlend lief ich über die Ziellinie und nahm stolz meine verdiente Medaille entgegen. Insgesamt benötigte ich 5:14 Stunden und belegte damit den 20. Platz in meiner Altersklasse. Damit war ich absolut zufrieden. Zum Abschluss gönnte ich mir ein kühles Radler, zog mich um und machte mich auf den Heimweg. Ein weiteres Mal führte mich die Strecke an diesem Wochenende von den Bergen zurück nach Hause. Insgesamt legte ich rund 1.000 Kilometer im Auto zurück – ein langes, heißes und anstrengendes Wochenende, das sich aber in jeder Hinsicht gelohnt hat.
5. Fazit
Auch wenn ich auf dem Rad nicht zu den Schnellsten gehörte, verlief die Walchsee Challenge insgesamt sehr zufriedenstellend. Ich hatte während des gesamten Rennens genügend Energie und vor allem der Halbmarathon gelang mir trotz der extremen Hitze von 39 Grad überraschend gut. Besonders stolz war ich aber auf meinen kleinen Tim, der die 50 Meter Schwimmen und den 500-Meter-Lauf in einer richtig starken Zeit absolvierte. Für uns beide war es ein unvergessliches Triathlon-Wochenende.

