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Ein klitzekleines Ultra-Comeback konnte ich feiern – Aber hart erkämpft durch zwei Stürze am Anfang des Rennens...

Zwei Jahre nach meinem letzten Ultralauf war ich für den Istria 100 auf der 69-km-Strecke gemeldet. Trotz vieler Hürden, wie einer Verletzungspause und Krankheit, stand ich gemeinsam mit 633 weiteren Ultraläufern am Start. Ich kämpfte mich über die 69 km und 2300 Höhenmeter der istrischen Trails bis ins Ziel. Dabei stürzte ich zweimal und war bereits nach 14 Kilometern von Verletzungen gezeichnet – doch das konnte meinen Kampfgeist nicht aufhalten. Irgendwie lief ich zusammen mit Timi nach unendlich langen 12 Stunden stolz ins Ziel…

Veranstalter: Istria 100 by UTMB

Datum: 11.04.2026

Strecke: 69 km

Höhenmeter: 2300 Hm

Zeit: 12:04:03

Platz Gesamt Männer: 381 von 485

Platz AK M50 Männer: 38 von 54

Unterkunftstipp in UmagHotel Sipar Plava Laguna

Freitag, 17. April 2026 von Winklmeier Markus

1. Racebericht Istria 100 by UTMB

Ja, der Istria 100 ist für mich ein Rennen geworden, um meinen aktuellen Leistungsstand zu überprüfen, da ich gute Vergleichswerte habe. Vor neun Jahren war ich topfit und lief die 69 Kilometer in 7 ½ Stunden. Damals war es noch ein kleines, familiäres Rennen. Inzwischen gehört es zur UTMB-Serie und ist deutlich größer sowie professioneller organisiert. Vor zwei Jahren startete ich zuletzt dort und benötigte für die gleiche Strecke knapp über neun Stunden. Schon damals war ich weit von meiner ursprünglichen Leistungsfähigkeit entfernt. Ich war immer wieder von Verletzungen und Krankheiten geplagt.

Nun fuhr ich gemeinsam mit Brigitte und Timi zum dritten Mal nach Istrien. Emma wollte lieber bei Opa und Oma bleiben, da ihr der Kurztrip in den Süden zu stressig war und sie außerdem noch lernen wollte. Gerne würde ich schreiben, dass ich optimal vorbereitet war – aber das war leider nicht der Fall. Seit fast zwei Jahren war ich aufgrund einer hartnäckigen Achillessehnenverletzung außer Gefecht. Erst seit drei Monaten konnte ich mit angezogener Handbremse wieder laufen. Dazu kam, dass ich in der letzten Woche ziemlich verschnupft war und das Rennen zusätzlich auf der Kippe stand. Zwei Tage zuvor war ich zwar wieder fit, aber viele Laufkilometer konnte ich nicht vorweisen. Meine längste Trainingsstrecke betrug gerade einmal 21 Kilometer. Trotzdem wollte ich mich dieser Herausforderung stellen. Am Freitag kamen wir um 15 Uhr in Umag an, holten die Startunterlagen ab und schlenderten über die Expo. Timi ergatterte ein schönes Käppi, und ich deckte mich noch mit Gels ein. Später gingen wir an den Strand und genossen die Abendsonne in einer Strandbar. Ich war ziemlich aufgeregt – der erste Ultra nach zwei langen Jahren stand bevor. Ich richtete meinen Laufrucksack mit den nötigsten Utensilien und legte mich früh ins Bett.

Raceday:
Um halb sieben klingelte der Wecker, und die Nervosität stieg weiter an. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir gemeinsam nach Buzet, etwa eine Stunde von Umag entfernt. Wir bekamen gerade noch einen Parkplatz in der Nähe der Startlinie. Da ich noch zur Toilette musste, wurde es etwas stressig – eine riesige Schlange hatte sich vor den Dixis gebildet. Erst zehn Minuten vor dem Start kam ich an die Reihe. Jetzt wurde es hektisch, aber ich stand pünktlich an der Startlinie. Der Countdown lief herunter – und los ging’s. Timi und Brigitte feuerten mich an, während ich mit den vielen Startern durch das Städtchen Buzet lief. Schnell ging es in die ersten Trails mit 400 Höhenmetern bergauf. Ich startete bewusst verhalten, da ich wusste, dass ich aktuell nicht annähernd ultrafähig war. Trotzdem war ich motiviert und fühlte mich gut.

Die Trails kannte ich noch gut. Es folgten technische Downhills, teilweise über kleine Bäche mit rutschigen Steinen. Alles war noch im grünen Bereich – bis Kilometer 14. Dort war ich wohl einen Moment unaufmerksam und stürzte. Ellbogen und Knie bluteten, waren aber nur leicht geprellt. Ich lief weiter. Doch nur einen Kilometer später passierte es erneut. Dieses Mal kam ich nicht so glimpflich davon: stärkere Blutungen und vor allem eine extrem schmerzende Hüfte. Ich biss die Zähne zusammen und humpelte weiter. Laufen war nur noch eingeschränkt möglich.

Wie konnte ich mich nur so ungeschickt anstellen?

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Irgendwie erreichte ich nach 17 Kilometern, mit schmerzverzerrtem Gesicht, den Butoniga-See, wo sich die erste Verpflegungsstation befand. Ich füllte meine Softflasks auf und aß eine Banane. Alles tat weh, und ich wusste nicht, wie ich noch über 50 Kilometer schaffen sollte. Dann kamen Timi und Brigitte zu mir – das tat unglaublich gut. Trotzdem war klar: Ich war angeschlagen und kaum noch lauffähig. Die nächste Station lag bei Kilometer 33 in Livade. Ich beschloss, es zumindest zu versuchen.

Ich kämpfte mich weiter – langsam, aber stetig. Nach einer gefühlten Ewigkeit sah ich Motovun, das mittelalterliche Städtchen auf dem Hügel. Die Sonne brannte mittlerweile ordentlich. Ich kämpfte mich die steilen Straßen hinauf und freute mich riesig, als ich meine beiden größten Fans sah. Brigitte besorgte mir ein kühles Sprite, und Timi versuchte mich zu motivieren. Nach einer kurzen Pause ging es weiter. Bergab konnte ich kaum laufen, auf flachen Passagen ging es halbwegs. Ich stolperte erneut, konnte mich aber gerade noch fangen. Ein weiterer Sturz hätte vermutlich das Aus bedeutet. Bei Kilometer 33 erreichte ich die Verpflegungsstation in Livade, wo Brigitte und Timi schon warteten. Dort telefonierte ich auch mit Emma, die zufällig anrief. Inzwischen waren nicht nur die Prellungen das Problem – auch die Muskulatur war völlig erschöpft. Kein Wunder: Ich war lange keine solchen Distanzen mehr gelaufen.

„Von nichts kommt nichts“ – das traf es ziemlich gut.

Gemeinsam gingen wir ein Stück weiter, bevor der nächste Anstieg mit 400 Höhenmetern wartete. Auch diesen schaffte ich noch. Die Downhills musste ich größtenteils gehen, und so wurde ich kontinuierlich überholt.

Ein letzter Anstieg stand noch bevor – auch diesen bezwang ich irgendwie. Nach einer längeren flachen Passage standen Brigitte und Timi wieder an der Strecke. Gemeinsam liefen bzw. wanderten wir bis zur dritten Verpflegungsstation in Grožnjan. Dort versuchte ich, mich etwas zu erholen – körperlich wie energetisch. Ich war komplett angeschlagen: verletzungsbedingt, muskulär und auch von der Energie her. Trotzdem lagen „nur noch“ ein Halbmarathon bis ins Ziel vor mir.

Ich machte weiter. Schritt für Schritt. Oder besser gesagt: 100 Meter laufen, 500 Meter gehen. So arbeitete ich mich Kilometer für Kilometer voran bis zur letzten Verpflegungsstation in Buje. Meine zwei Liebsten motivierten mich und begleiteten mich die letzten 100 Höhenmeter nach oben. Von dort waren es noch 13 Kilometer – meist bergab. Klingt wenig, aber wenn alles schmerzt und Laufen kaum möglich ist, wird selbst das zur Tortur. Etwa zweieinhalb Stunden später wurde es langsam dunkel, und ich musste kurz vor Umag die Stirnlampe einschalten. In der Ferne sah ich die hell erleuchtete Stadt.

Ich würde es schaffen. Durch die Straßen ging es Richtung Meer, wo mir Timi bereits entgegenlief. Ich versuchte wieder zu laufen – so gut es eben ging. Nach langen zwölf Stunden überquerte ich schließlich gemeinsam mit Timi die Ziellinie des Istria 100. Bis zum Auto schaffte ich es nur mit Unterstützung von Brigitte, und auch die Treppen zur Wohnung konnte ich nur mit Hilfe bewältigen.

Am nächsten Morgen sah die Welt schon etwas freundlicher aus – ich konnte zumindest wieder selbstständig gehen. Wir spazierten noch durch das sonnige Umag und genossen etwas in einem Café, bevor wir die siebenstündige Heimreise antraten.

Fazit: Hier fällt mir nur ein kurzes Fazit ein. So kann ich dies nicht stehen lassen und werde im nächsten Jahr erneut starten…

2. Ergebnisliste Markus
Spannendes zum Lesen:

Unterkünfte in der Gegend:

4. Strecke auf Strava
Hier findest du meine Trailrunning Packliste / Checkliste:

Trailrunning ist seit über einem Jahrzehnt meine große Leidenschaft. Egal ob im Bayerischen Wald oder bei einer Alpenüberquerung sollte die richtige Ausrüstung mit dabei sein. Für die perfekte Trailrunning Packliste kann ich auf einen großen Erfahrungswert zurückgreifen. Mehrmals lief ich über die Alpen, bestritt viele Trailrunning Wettkämpfe, unter anderem Trans Alpine Run (7 Tage 274 km), UTMB Mont Blanc (171 km 40 Stunden), Aran by UTMB durch die Pyrenäen (162 km 44 Stunden) und noch viele mehr. Vielleicht packt auch dich die Trailrunning Leidenschaft vor einer traumhaften Bergkulisse! Die Anstrengung wird sich lohnen, Versprochen...

Das Gewicht spielt natürlich eine große Rolle. Nimm so wenig wie möglich mit, aber so viel wie nötig.

Die Packliste für Trailrunning beinhaltet Links zu Produkten, die wir größtenteils selbst im Einsatz haben und ausgiebig von uns getestet wurden. Meine Liste ist nur eine Empfehlung und beinhaltet sicherlich auch Dinge, die für den einen unnötig sind, aber für andere sehr wichtig. Sollte ich tatsächlich etwas vergessen haben, dann wäre eine Rückmeldung sehr nett und ich nehme es in meiner Packliste auf.

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