Endlich wieder auf richtig coolen Trails unterwegs – und das bei bestem Laufwetter! Das Rennen rund um den Großen Arber hat unglaublich viel Spaß gemacht. Die Strecke war genial, die Stimmung klasse und auch mit meiner eigenen Leistung konnte ich mehr als zufrieden sein…
Ursprünglich hatte ich geplant, die 100-Kilometer-Strecke in Angriff zu nehmen. Verletzungs- und trainingsbedingt musste ich jedoch schweren Herzens auf die kürzeste Distanz, den Arberseetrail, ummelden. Trotzdem war die Vorfreude riesig, endlich wieder richtig Gas geben zu können. Vom Start bis ins Ziel lief das Rennen nahezu perfekt und machte unglaublich viel Spaß. Einziger kleiner Wermutstropfen: Den Sprung aufs Podium in meiner Altersklasse verpasste ich am Ende denkbar knapp – gerade einmal sechs Sekunden fehlten zum Treppchen.
Veranstalter: Woidläufer e.V.
Datum: 19.09.2026
Strecke: 20,5 km
Höhenmeter: 950 Hm
Zeit: 2h 8 min 42 sec
Platz Gesamt Männer: 16 von 166
Platz AK M50 Männer: 4 von 34
Pace: 6:26 min/km
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Dienstag, 22. September 2026 von Winklmeier Markus
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1. Racebericht Arberseelauf
Zum einen war ich natürlich traurig, dass ich die ursprünglich geplante 100-Kilometer-Strecke nicht laufen konnte. Körperlich wäre ich dazu schlicht nicht in der Lage gewesen, und auch leistungsmäßig hätte ich die vorgegebenen Zeitlimits wohl nicht geschafft. Ganz auf das Trailvergnügen verzichten wollte ich aber auf keinen Fall. Also musste eine kürzere Strecke her. Eine Woche zuvor war ich noch 22 Kilometer und 1.600 Höhenmeter rund um den Gosaukamm unterwegs gewesen. Das hatte erstaunlich gut funktioniert. Warum also sollten nicht auch 20 Kilometer mit 950 Höhenmetern im Renntempo klappen?
Frühzeitig fuhr ich zum Arber-Biathlonstadion. Dort konnte ich mich problemlos auf die kürzere Arberseetrail-Strecke ummelden und bekam meine Startnummer. Schon bald traf ich auf viele bekannte Gesichter aus der Trailszene. Unter all den positiv Verrückten fühlte ich mich sofort wohl. Genau das ist meine Welt. Besonders freute ich mich darüber, dass auch meine Eltern gekommen waren, um mich anzufeuern. Das bedeutete mir wirklich viel.
Kurz vor 12 Uhr stellte ich mich gemeinsam mit knapp 300 Läuferinnen und Läufern an die Startlinie. Wie vor jedem Rennen war ich etwas nervös. Diesmal kam noch die Unsicherheit hinzu, ob ich die Strecke wirklich ohne Einbruch durchziehen konnte. Auch meine Ferse war ein großes Fragezeichen. Und seit meinen beiden Stürzen beim Istria 100 im Frühjahr lief bei schwierigen Downhills immer ein Stück Angst mit. Eigentlich also nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein Vollgasrennen. Dann fiel der Startschuss. Ohne großes Vorgeplänkel ging es mit hohem Tempo sofort den Hang hinauf. Ich lief von Beginn an weit vorne mit. Einige schnelle Läufer setzten sich zwar früh ab, aber ich befand mich definitiv unter den ersten 20. Genau dort wollte ich möglichst bis ins Ziel bleiben. Insgeheim liebäugelte ich sogar mit einem Podiumsplatz in meiner Altersklasse. Unmöglich erschien mir das nicht.
Schon nach kurzer Zeit war das große Läuferfeld hinter mir verschwunden. Nur noch vereinzelt waren Konkurrenten um mich herum. Bis zum Gipfel des Großen Arbers auf 1.456 Metern mussten mehr als 500 Höhenmeter überwunden werden. Überraschenderweise fiel mir der lange Anstieg richtig leicht. Bei dem traumhaften Wetter waren natürlich auch viele Wanderer unterwegs. Die Blicke verrieten eindeutig, dass sie uns Läufer für ziemlich verrückt hielten. Vermutlich hatten sie damit sogar ein bisschen recht. Nach gerade einmal 45 Minuten stand ich bereits auf dem Gipfel des „Königs des Bayerischen Waldes“. Zeit zum Genießen blieb allerdings keine. Kaum oben angekommen, ging es sofort wieder hinunter.
Auf der Forststraße ließ ich es richtig krachen und ballerte teilweise mit einer Pace um 3:30 min/km bergab. Für diese kurze Distanz hatte ich bewusst auf Verpflegung und Laufrucksack verzichtet. Das vorgeschriebene Handy passte problemlos in die Gesäßtasche meiner Laufhose, und im Shirt hatte ich lediglich einen kleinen Faltbecher verstaut. Dieser kam an der Verpflegungsstation bei der Chamer Hütte nach rund sieben Kilometern erstmals zum Einsatz. Schnell einen Becher Cola hineingeschüttet – und schon war ich wieder weg. Weiter ging es hinauf zum Kleinen Arber und anschließend über technisch anspruchsvolle Trails bergab. Genau dort kam allerdings wieder meine Angst vor einem erneuten Sturz ins Spiel. Ich lief deutlich vorsichtiger als früher und verlor dabei einige Plätze. Doch dann erreichte ich eine breite Forststraße, die sich in langen Serpentinen hinunter zum Kleinen Arbersee zog. Genau mein Terrain. Jetzt konnte ich endlich wieder richtig ballern. Die nächsten drei Kilometer lief ich fast durchgehend deutlich unter einer 4er-Pace. Fast alle Läufer, die mich zuvor im technischen Downhill überholt hatten, konnte ich wieder einsammeln. Nach dem Kleinen Arbersee führte die Strecke zunächst leicht bergauf, wurde anschließend aber immer steiler. Laufen war nur noch abschnittsweise möglich. Vor mir befanden sich die führende Frau und ein weiterer Läufer, den ich meiner Altersklasse zuordnete. Ich versuchte mit aller Kraft, an beiden dranzubleiben.
Gemeinsam kämpften wir uns die Skipiste hinauf, vorbei am Bergrestaurant Sonnenfels. Erst an der Mittelstation, etwas oberhalb des Bikeparks, führte die Strecke nach links weg. Von dort ging es über Forstwege, steile Wiesenhänge und kurze Trailpassagen zurück in Richtung Biathlonstadion. Meine beiden Konkurrenten blieben dabei ständig knapp vor mir. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel konnte ich den Läufer bei einer letzten Bergaufpassage deutlich überholen. Für einen kurzen Moment dachte ich: Jetzt habe ich ihn! Doch bergab schlug er zurück und zog wieder an mir vorbei. Kurz vor dem Ziel mobilisierte ich noch einmal alle Reserven. Mit einem letzten Sprint konnte ich zumindest die führende Frau überholen. Nach 2 Stunden, 8 Minuten und 42 Sekunden lief ich ins Ziel ein – und dort standen meine Mami und mein Papi und empfingen mich klatschend. Eigentlich konnte ich mit meiner Leistung mehr als zufrieden sein. Platz 16 gesamt unter knapp 300 Männern und Frauen war für mich ein richtig starkes Ergebnis. Doch ein kleiner Wermutstropfen blieb. Wie schon während des Rennens vermutet, lief der Konkurrent unmittelbar vor mir tatsächlich in meiner Altersklasse. Und genau er schnappte sich den dritten Podiumsplatz. Sechs Sekunden vor mir. Gerade einmal sechs Sekunden fehlten mir zum Treppchen.
Das tat im ersten Moment schon ein bisschen weh. Trotzdem überwog am Ende die Freude. Nach den Problemen der vergangenen Monate hatte ich endlich wieder ein Rennen, bei dem ich von Anfang bis Ende richtig ballern konnte. Und genau dafür liebe ich diesen Sport.
Fazit: Die anspruchsvollen Trails auf und rund um den „König des Bayerischen Waldes“ machten richtig viel Spaß. Vor allem konnte ich aus dem Rennen jede Menge Positives mitnehmen: Meine Ferse blieb während der gesamten Strecke schmerzfrei, ich kam ohne Sturz durch und hatte von Anfang bis zum Ende ordentlich Kraft in den Beinen. Nur der undankbare vierte Platz in der Altersklasse wurmte mich am Ende doch ein wenig.

