Ironman Mallorca DNF 26.09.2015

Rabenschwarzer Tag - DNF - Am Boden zerstört

Ironman Mallorca - Der perfekte Tag, sollte es eigentlich so werden, aber es kam anders, viel anders als erwartet, mein erster DNF (Did Not Finish) in meiner 9 jährigen Wettkampflaufbahn sollte es werden. Und wie fühlt man sich danach? Einfach hundeelend, wie bei einem bodenlosen Sturz in die Leere, ohne Perspektive. Nun mal kurz von Anfang an: Schon die Tage vor dem ersehnten Tag wurde ich immer optimistischer und fühlte mich super fit. Die Wochen vor Mallorca hatte ich zuerst keine großen Erwartungen, da mir in diesem Jahr die Rad und Schwimmkilometer abgingen, meine Schwimmleistung miserabel war und der Druck auf die Pedale fehlte. Aber irgendwie schaffte ich es doch noch mit Hilfe von Ralf und vielen perfekten Kerneinheiten in den letzten 2 Wochen meine Leistung gewaltig nach oben zu schrauben. Und die Taperingwoche mit Laufstilanalyse.de hier auf Mallorca beflügelte mich noch zusätzlich. Meine Schwimmleistung war wieder auf Höchststand und der Raddruck ungewöhnlicher Weise stark, so wie er sein sollte. Lauftechnisch war ich dieses Jahr sowieso absolut auf einem Topniveau. Hochmotiviert stand ich also um viertel nach 5 am Wettkampftag auf. Mit Hans ging ich in die Wechselzone um unsere Räder nochmals zu überprüfen und die Getränkeflaschen am Rad zu deponieren. Zurück im Hotel waren auch schon meine größten Fans Brigitte und Emma wach :-) Da Neopren erlaubt war, zog ich ihn schon im Hotel an und wir gingen dann gemeinsam an den 200 m entfernten Strand bzw. Start. Hier trafen wir viele Athleten von der Laufstilanalyse. Wir wünschten uns Glück und pünktlich zum Sonnenaufgang starteten auch schon die Profis. Wir kamen 7 Minuten später dran. Noch ein Bussi für Emma und Brigitte und schon stand ich in der Startzone. Zum ersten Mal gab es den Rolling Start. Man stellte sich zu der erwarteten Schwimmzeit und ging dann langsam in Richtung Start. Erst wenn die Zeitmatte überquert wurde, startete auch die Zeitnahme. Trotzdem war es ziemliches Gehaue und Gewusel. Ich ging leider erst ziemlich spät bei den 1h-1h15min Athleten ins Wasser und da waren anscheinend nur Nichtschwimmer am Start. Ich war nur am kämpfen und irgendwelche Gassen zu suchen um an den vielen langsameren Schwimmern vorbei zu kommen. Erst nach der ersten Wende bei weit über einem Kilometer ging es dann einigermaßen und ich konnte unbeschwert durch das Wasser pflügen. Nach ca. 2 Kilometern gab es einen kurzen Landgang und weiter ging es durch das salzige Wasser. Ich kam gut voran und bis ich mich versah lief ich auch schon in Richtung Wechselzone. Ich schaute auf meine Uhr. Hammer, 1h 02 Minuten, beste Schwimmzeit beim Ironman ever. Meine Motivation stieg ins unermessliche.

Im Wechselzelt traf ich auf Klaus und nach knapp über 5 Minuten Wechsel saß ich auch schon auf dem Rad und brauste an Brigitte, Emma, Opa und Oma vorbei. Jetzt gibt es keine Gefangenen mehr dachte ich. Eine neue Bestzeit musste her. Ich trat in die Pedale und die ersten Athleten mussten dran glauben :-) Nur eines machte mir Sorgen, auf dem linken Auge sah ich nur verschwommen. Halb so schlimm dachte ich mir, das gibt sich schon noch. Falsch gedacht, es wurde schlimmer, Gegen die Sonne sah ich fast gar nichts mehr und ich musste langsamer werden. Auch das rechte Auge war viel lichtempfindlicher. So ein Sch.... Nach 15 Kilometern hielt ich an und wusch mir das Auge mit Hypo aus, da ich nichts anderes hatte, was aber nichts half. Ich schaffte es noch bis zur ersten Verpflegungsstation, wo ich es mit Wasser versuchte. Kurzzeitig wurde es besser und ich trat wieder in die Pedale, aber nach kurzer Zeit radelte ich wieder im Blindflug. Keine Ahnung was mir fehlte, vielleicht ein bakterieller Infekt oder eine allergische Reaktion gegen Salzwasser, Wind oder Sonne. Das linke Auge brannte wie Feuer und mit rechts konnte ich trotz Sonnenbrille nicht in die Sonne schauen. Immer wieder hielt ich an und spülte meine Augen mit Wasser. Es brannte so stark das mir die Tränen kamen. Ralf hatte gestern beim Abschlussbriefing von Plan B gesprochen, aber es ich fand keinen, so sehr ich auch nachdachte. Ohne Augenlicht geht es einfach nicht. Ich kämpfte mich zur nächsten Verpflegungsstelle bei Kilometer 70. Noch 20 Kilometer und ich war wieder Alcudia, dort wollte ich entscheiden ob ich weiter mache. Teilweise musste ich blind fahren, weil ich links eh nichts sah und rechts konnte ich das Auge nicht mehr offen halten weil es überanstrengt war. Irgendwie quälte ich mich unter starken Schmerzen in beiden Augen zurück nach Alcudia, wo ich anhielt. Ich musste mir eingestehen, das es nicht mehr ging. Die innerlichen Schmerzen ein Rennen abzubrechen waren am Größten. Ich suchte mir einen Verantwortlichen in der Wechselzone um das Rennen vorzeitig zu beenden. Wenn mir die Augen nicht eh schon tränen würden hätte ich zum heulen angefangen. Ich hatte mich so sehr auf die Laufstrecke durch Alcudia gefreut, vor allem wenn mich Emma und Brigitte anfeuern würden. Tja es kommt immer alles anders als man denkt. Heute gab es für mich einen bodenlosen Sturz ins Leere. Auch mein Augenproblem war noch nicht gelöst. In einer Apotheke holte ich mir Augentropfen und seit dem hoffe ich auf Besserung. Positiv an diesem Tag war das alle anderen Laufstilanalyseathleten mit super Leistung und Hammerergebnissen finishen konnten. Gratulation von mir an alle Kämpfer. Sau starke Leistung!
Fazit: Ich bin in meinem Leben schon so oft gefallen und genau so oft wieder aufgestanden und es wird auch diesmal so sein. Dieser Rückschlag wird mir nicht schaden und das nächste Event kommt bestimmt. Steh auf wenn du am Boden liegst, singen auch die Toten Hosen :-)

Day After:

Ich wäre erschrocken wenn ich meine geschwollenen Augen am Morgen im Spiegel sehen könnte. Da ich aber nur verschwommen sah, blieb mir das erspart. Einfach nur zum kotzen. Ein DNF reichte nicht, auch mein Augenproblem war noch nicht gelöst. In der Apotheke holte ich mir noch Antibiotika Tropfen fürs Auge, sollte es ein bakterieller Infekt sein. Schöner Kuhsch... So verbrachte ich den ganzen Tag am Zimmer, bzw. die meiste Zeit im Bett mit geschlossenen Augen. Brigitte, ihre Eltern und Emma waren am Strand und genossen wenigstens das Flair von Mallorca und gingen zur Hawaii Slot Vergabe. Mega Hammer: Gaby und Silvia werden im nächsten Jahr in Hawaii starten. Ein bisschen Wehmut steckt da schon in den Zeilen, hätte den beiden auch gerne am Strand gratuliert, aber morgen hoffe ich das ich wieder etwas gerader schauen und ins Geschehen eingreifen kann :-)