Ironman Klagenfurt 29.06.2014

Ironman Austria in 10h 31 min 53 sec

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Fit ist was anderes :-)

 

27.06 bis 30.06.2014:
Zuerst mal kurz und bündig: Trainiert hatte ich die letzten Monate wie ein Blöder, fast keine Einheit ausgelassen und vor zwei Wochen eine ganz gute Leistung in Kraichgau bei der Mitteldistanz hingelegt, aber mein Ziel SUB 10 konnte ich nicht erreichen. Woran es lag, weiß ich auch nicht so richtig, aber das muss ich noch genauer unter die Lupe nehmen. Wobei, irgendwie konnte ich ja doch zufrieden sein. Die Radzeit ist jetzt auf einen 33 Schnitt auf 180 km hochgeschraubt. Beim Laufen hatte ich ziemlich frische Füße, aber körperlich war ich die ersten 15 Kilometer einfach nur matt. Aber jetzt mal der Reihe nach:

Ankunft, Radcheckin und Wettkampfbesprechung:

Freitag nach der Arbeit fuhren Brigitte und ich nach Klagenfurt, bzw. zu unserem Hotel am Keutschacher See. Brigittes Bruder Hans war schon am Mittwoch, wie viele der Laufstilanalyseathleten, angereist. Leider waren wir Unterkunfttechnisch etwas verstreut. Kurz nach der Ankunft fuhr ich noch eine halbe Stunden mit dem Bike. Später gingen Brigitte und ich noch zum Essen und schlenderten zum See. Samstag legten wir noch einen halbstündigen Morgenlauf ein, holten die Startunterlagen, fuhr mit dem Rad und trafen uns dann am Nachmittag mit Ralf und den Anderen am Wörther See, wo wir auch noch eine 10 minütige Schwimmeinheit absolvierten. Im Anschluß fuhren wir zum Bike Checkin und am Abend gingen wir gemeinsam zum Abendessen und Laufstilanalyse Wettkampfbesprechung ins Hotel Sille, was ja nur 5 km von unserem entfernt liegt.

Raceday:

Frühstück war mal wieder zu einer unchristlichen Zeit. Um 4 Uhr aßen wir Honigsemmeln und tranken dazu Tee. Dann fuhren wir alle gemeinsam in Richtung Start. Zuerst checkten wir noch unsere Bikes und gingen dann langsam zum Startbereich. Ralf und ich waren mit den Profis und noch 800 weiteren Athleten schon um dreiviertel 7 dran. Die restlichen 2300 starteten um 7 Uhr. Nach dem Startschuß gingen wir langsam ins Wasser, was schon mal ein Fehler war. Es waren viele schlechte Schwimmer vor uns und ich musste mich erstmal durch die Reihen kämpfen. Am Anfang war es ein ziemliches Gehaue, was sich aber bald legte. Ich versuchte immer wieder bei gleichschnellen Schwimmern in den Wasserschatten zu gelangen. Nach der Hälfte der Distanz beschlug meine Schwimmbrille und ich sah überhaupt nichts mehr. Etwas planlos schwamm ich weiter, musste dann aber die Brille abnehmen und auswaschen. Nun konnte es wieder weitergehen, aber irgendwie fand ich keine Gruppe wo ich mich reinhängen konnte. Die letzten 800 Meter im Kanal waren ganz entspannt zu schwimmen, da sich ja bei 800 Starten alles ziemlich auseinandergezogen hatte. Dadurch kam ich aber leider in keinen Sog, weil zu wenig im Wasser waren. Als ich aus dem Wasser stieg und auf meine Uhr schaute, war ich schon mal ziemlich enttäuscht, da ich 1 h 07 min 19 sec benötigte. 3 Minuten langsamer als geplant. Ich lief zur Wechselzone und war nach 4 min 20 sec auf der Radstrecke. Die vielen Zuschauer pushten mich durch Klagenfurt. Ich fühlte mich gut und konnte einen für mich sehr guten Schnitt durchziehen. Die Berge konnte ich hinauf drücken und auf den Geraden flutschte es. Leider regnete es ein paar Minuten ziemlich heftig, aber schnell kam auch wieder die Sonne. Was das Rennen etwas trübte, waren die vielen Pulks die wie ein Zug an mir vorbei rauschten. Hier sollten die Wettkmapfrichter etwas härter durchgreifen. Die erste Runde verlief super. In der Zweiten hatte ich große Genickprobleme und es war nur bedingt fahren in Aeroposition möglich. Trotzdem konnte ich auch die zweiten 90 Kilometer ganz gut durchdrücken. Ich fühlte mich auch auf den letzten Kilometern noch fit und war gewappnet für die Laufstrecke. Auch meine Hypotonische Versorgung auf der Strecke war optimal. Ich benötigte für die 180 Kilometer 5h 27 min 31 sec und kam auf einen 33 Schnitt. In der Wechselzone benötigte ich 3 min 46 sec. Und nun begannen meine Probleme. Zum einen waren die Füße topfit, aber gleichzeitig der Körper schlapp. Keine Ahnung was auf einmal los war. Meine gesamte Power auf einen Schlag weg....

Raceday:

Ich lief aus der Wechselzone und war fertig. Na super, hab ja nur noch 42 Kilometer vor mir. Ich dachte ans aufgeben, aber ich würde mein Motto, DNF ist keine Lösung, verraten. Also musste ich durch. Nach 2 Kilometer traf ich dann auf den Laufstilanalysefanblock. Alle motivierten mich weiter zu machen. Auch Ralf war noch immer auf der Strecke. Er zog tatsächlich den Marathon trotz Verletzung durch. Nach 3 Kilometer musste ich schon gehen. Ich kämpfte mich von Verpflegungsstand zu Verpflegungsstand. Ich trank Cola und Iso und nahm Geels. Nach 10 Kilometer kam ich wieder zu Brigitte, den Tichys, Silvia, Wolfi, Christian, Falti, die ganzen Mädels, die uns super unterstützten. Danke an unsere weltklasse Fans. Ich schleppte meinen Körper weiter. Kilometer um Kilometer. Durch die vielen Gehpausen regenerierte ich und kam dadurch langsam in Tritt. Ich konnte zwischen den Verpflegungen ein ganz passables Tempo halten. Trotz der vielen Wanderungen hielt ich immer eine Pace unter 6 min/km. Nach dem ersten Halbmarathon fühlte ich mich ganz gut und ich entwickelte wieder so etwas wie einen Kampfgeist. Meine Sub 10 war ja schon lange davon geschwommen, aber meinen eigenen IM Rekord konnte ich noch brechen und das war nun mein Ziel. Ich lief und ging, lief und ging, kam aber doch relativ schnell vorwärts und auch den zweiten Halbmarthon konnte ich dann noch ganz gut durchziehen. Ich lief in den Zielkanal ein, wo mich Brigitte nochmal anfeuerte und dann hieß es "You are an Ironman". Nach quälenden 3h 48 min 57 sec Marathonzeit in einer 5:25 Pace stand ich dann im Ziel. Ich schaffte einen 595. Gesamtplatz und in der AK einen 126. Platz. In 10 h 31 min 53 sec. finishte ich meinen 3. Ironman, kaputt und aber doch glücklich das Rennen durchgezogen zu haben. Ich duschte, holte mein Finisher Shirt und ging zum Lauftilanalyse Fanblock, um Roland, Christoph, Done, Hans, Tobi und Gaby auf der Strecke zu unterstützen. Dazwischen genehmigten Wolfi, Christoph und ich uns noch 2 Weißbier :-) Alle kamen ins Ziel und konnten Stolz auf sich selbst sein. Wir holten dann die Räder in der Wechselzone ab und fuhren zurück ins Hotel. Die Tichys mit ihrer kleinen Johanna blieben bei uns im Appartment auf der Gästecouch übernacht. Wie schauten uns noch ein WM Spiel mit einer Dose Bier und Chips an. Wieder war ein Ironman geschafft.

Fazit: Sub 10 nicht erreicht, aber wenigstens den eigenen Rekord vom letzten Jahr geschlagen. Die ersten 15 Laufkilometer waren die härtesten Kilometer meines Lebens. Und das Positive: Es gibt noch viel Potential nach oben !!!

Ergebnis Gesamt:

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