24 h Rennen Kelheim 16/17.07.2016

Platz 14 in der Mixed Wertung
Zeit: 24 Stunden
Streckenlänge: 16,4 km + 180 Hm / Runde
Gesamtplatz: 14
von 29 Mixed Teams
5 Fahrer / Team
46 Runden in 736,875 km
Meine Bilanz: 9 Runden 147 km 1700 Hm im 33,1 Schnitt

Das beste Team:

Wettkampfbericht:

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Mal wieder eine neue (Grenz-) Erfahrung. 3 Wochen nach meinem Start bei Ironman Austria, kam gleich das nächste Hammerevent, was wieder eine Herausforderung werden sollte. Für Free Wheels meinem Radmechaniker und Shop alles ums Rad, startete ich im Mixed Team. Wir waren 5 Teams (je 5 Fahrer) und 2 Einzelfahrer. Die Teams und das Fahrerlager waren perfekt organisiert vom Free Wheels Chef Marcus und dem RC Straubing. Schon am Freitag hatten einige Freiwillige das Zelt im Fahrerlager „Alter Hafen“ aufgebaut. Jeder bekam einen Platz im Zelt. Alles war vorhanden. In der Nähe Toiletten und Duschen. Der Start direkt neben dem Lager, auch die Wechselzone und Ziel nicht weit entfernt. Sogar einen eigenen, freiwilligen Koch, der Steaks und Würstl zu jeder Tages und Nachtzeit zauberte. Dazu gab es Obst, Gemüse, Süßes, alkoholfreies Weißbier, Cola, und, und, und… Alles gesponsert von Marcus und dem Radclub Straubing. Dankeschön an die Sponsoren. Nach dem ich mein Zeug ins Zelt gebracht und ein wenig (Un) Ordnung fabriziert hatte, lernte ich erst einmal meine Teammitglieder vom „Free Wheels Warp 10“ Mixed Team kennen. Auch die meisten der anderen Free Wheels Teams kannte ich noch nicht. Nach einer kurzen Teambesprechung entschlossen wir uns mich als Startfahrer einzusetzen, nach mir soll Fabrice auf die Strecke gehen, dann Christian, Sonja und zum Schluss Sabine. Na toll dachte ich mir, eigentlich kenne ich die Strecke nur ungefähr und der Massenstart auf der engen Brücke ist eigentlich auch nicht so mein Ding, bzw. hab ich noch nie gemacht. Aber ich ließ mich breitschlagen und schon stand ich auch kurz vor zwei Uhr zwischen den vielen anderen Radathleten auf der Kanalbrücke. Um 14 Uhr fiel der Startschuss und ich versuchte ohne große Feindberührung in Richtung Befreiungshalle zu gelangen. Natürlich wollte ich in der ersten Runde gleich mal alles geben. Eine Runde bedeutete 16,4 km und 180 Höhenmeter. Ich drückte den Berg hoch. Mein Puls war in unendlichen Höhen, ich war kurz davor mich zu übergeben. Nach einigen Kurven ging es leicht bergab und dann nochmals einen ziehenden Anstieg nach oben. Hier war Partystimmung angesagt, wie auch an vielen weiteren Punkten an der Strecke. Aus Lautsprechern dröhnte gepflegter Hardrock und wir Fahrer wurden von allen Seiten bejubelt. Das machte Spaß. Endlich war ich über der Kuppel und von nun an ging es nur noch bergab. Ich fand einen „Zug“ wo ich mich hinten dran hängte. Ich musste zuerst einmal den „Belgischen Kreisel“ lernen. Der erste drückt rein was geht und der Rest im Windschatten hinten dran. Nach ca. 30 Sekunden fährt der erste links raus und lässt sich nach hinten fallen. Und der nächste war vorne am Kämpfen. Ein paar Mal bekam ich Belehrungen, aber dann hatte ich die Sache drauf. Man durfte sich einfach nichts Scheißen, wenn man mit teilweise über 60 Km/h ein paar Zentimeter hinterm Vordermann klebte und hinter dir ebenfalls einer oder mehrere dran kleben. Unsere Seite der Straße war gesperrt und somit sicher. Vollgas fuhren wir am Kanal entlang zurück in Richtung Kelheim. Hier waren wieder Tausende Zuschauer an der Strecke, als wir auf das Kopfsteinpflaster am Stadtplatz kamen. Im Ziel musste man das Rad über einen Baumstamm in die Wechselzone heben. Ich suchte Fabrice und übergab keuchend den Wechselstab in einer Radflasche. Nach 27:10 Minuten hatte ich die erste Runde absolviert. Da konnte ich ganz zufrieden sein.

Mit Mane fuhr ich langsam zurück ins Fahrerlager. So richtig viel Pause hatte man nicht, da ich ja in knapp 2 Stunden wieder auf der Strecke sein musste. Meine 4 Teamkollegen würden ebenfalls um die 30 Minuten benötigen. Es verging ja Zeit bis ich wieder im Lager war. Dort mal kurz was trinken, essen, mit dem Puls runter kommen und sich wieder auf die nächste Runde vorbereiten. Ich radelte über ½ Stunde vor geplanter Ankunft meiner Teamkollegin Sabine zur Wechselzone, wo ich mich hinten anstellen musste. Nur langsam kamen wir nach vorne wo der Wechsel leichter war und ich nicht durch die ganzen wartenden Fahrer musste. Schon kam Sabine und los ging es auf die zweite Runde, die ich in 28:48 Minuten schaffte. Leider langsamer, aber trotzdem noch zufriedenstellend. Im Fahrerlager warteten schon meine kleine und große Maus auf mich. Emma sauste umher und begrüßte mich jubelnd. Die dritte Runde ratterte ich in 28:30 herunter und langsam mussten wir uns für die Nacht bereit machen. Am Ende der dritten Runde kamen wir in einem großen Pulk ins Ziel und irgendwie verbremste ich mich kurz vor dem Absteigen und rauschte auf meinen Vordermann, den es gleich mal aus dem Sattel warf. Dem war es aber egal da er nur so schnell wie möglich den Staffelstab übergeben wollte. Ich sprang bzw. flog während dem Crash vom Sattel, landete zufällig auf den Füßen und übergab ebenfalls den Stab. Mein vorderes Rad hatte leider einen Achter und der Rahmen war beschädigt. Aber für das Rennen würde es schon noch gehen. Meine 4. Fahrt würde schon im Finstern stattfinden. Das heißt ich montierte Vorder und Rücklicht am Rad und auch eine Warnweste war Pflicht. Um ca. 21:30 Uhr war ich auch schon dran. Im Dunkeln zu fahren war etwas gewöhnungsbedürftig, aber es ging. Diese Runde beendete ich mit 29:41 Minuten. Die drei weiteren Nachtrunden waren meine langsamsten: 31:05, 31,14 und 30:57. Anscheinend stellt sich der Körper auf Schlaf ein und der Biorythmus fährt nach unten. Meine Motivation war natürlich auch riesig, als ich um halb 3 Uhr an der Wechselzone anstand. In Sachen Schlaf war nicht viel, bzw. gar nix drin, da einfach zu wenig Zeit zwischen den Wechseln war. Auf der Strecke war Partystimmung pur angesagt bis die Sonne aufging, dann wurde es etwas ruhiger. Gesoffen wurde ohne Ende neben der Strecke, während wir uns auf der Strecke abplagten.

Endlich ging die Sonne auf und die eigentlich kurze Nacht war wieder zu Ende. Rein rechnerisch musste ich noch 2 Mal auf die Strecke. Wir versuchten noch zu taktieren und beschlossen, dass Sabine ihre 8. Runde Vollgas und Christian die letzte Runde für Sabine und somit seine Zehnte fahren sollte. Dann müsste es zeitlich ausgehen und wir noch vor 14 Uhr 46 Runden auf dem Zettel stehen haben. Meine 8 Runde konnte ich dank einem super Zug wieder weit unter 30 Minuten fahren: 28:54. Meine letzte Runde war leider nicht so erfolgreich, da ich nicht wirklich einen Zug fand. Ich fuhr größtenteils alleine und die letzten 5 Kilometer zog ich 4 Mädels ins Ziel. Trotzdem schaffte ich noch 30:32. Insgesamt erreichte ich auf 9 Runden 147 Kilometer und 1700 Höhenmetern mit einem 33,1 er Schnitt. Im Mixed Team holten wir uns einen klasse 14. Platz von 29. Teams in 23:29:04 Stunden und 736,875 Kilometern. Auch die anderen Free Wheels/RC Straubing Teams holten sich super Plätze, Platz 12 Mixed, Platz 45, 78 und 106 in der Herrenwertung. Großer Respekt auch vor den beiden Einzelfahrern die 24 und 20 Runden schafften.

Fazit: Super Stimmung in Kelheim und auf der Strecke, klasse zusammengestellte Teams und super organisiertes Fahrerlager von Free Wheels Chef Marcus und dem Radclub Straubing. Wieder einmal eine neue Erfahrung für mich, die ich im Nachhinein positiv bewerte. Sollte ich nochmals bei dem Event antreten, dann muss ich am Rad noch stärker werden. Wenn schon denn schon will ich weiter vorne mitfahren. Aber für mich wäre die Herausforderung als Einzelstarter größer und interessanter… Let`s Rock`n Roll…

Ergebnisliste Team Free Wheels Warp 10: